The Sixth Sense


Originaltitel: The Sixth Sense

USA 1999

Regie: M. Night Shyamalan



Thanks to cinema Heft 1/00

Drehbuch: M. Night Shyamalan

Kamera: Tak Fujimoto

Darsteller: Bruce Willis, Toni Collette, Olivia Williams, Haley Joel Osment, Donnie Wahlberg, Glenn Fitzgerald, Mischa Barton, Trevor Morgan, Bruce Norris


Eigentlich wollte ich mir keine Bruce-Willis-Filme mehr angucken. Keine Haudrauf-Filme mehr, höchstens ein unbeabsichtigtes Wiedersehen wie in Tarantinos Beitrag zu Four Rooms, wo er uncredited auftrat. Im Grunde haben ihn seine Actionrollen selbst kaum interessiert, es klappte nur nicht mit dem Imagewechsel. Vielleicht ab jetzt, denn The Sixth Sense ist echt klasse.

"Spüren Sie auch manchmal dieses Kribbeln im Nacken? Wenn sich die Haare aufrichten? Das sind SIE!" So beschreibt der kleine Cole sein Geheimnis, das er bisher wohl gehütet hat, das ihn von allen anderen unterscheidet und das ihm so viel Angst macht. "SIE", das sind die Geister der Toten. Cole hat den sechsten Sinn, und das ist etwas, was der rationale Kinderpsychologe Malcolm Crowe erst spät, fast widerwillig begreift. Aber er muß es begreifen, er muß lernen, schon um auf seinem eigenen Weg voranzukommen. Denn auch er hat Probleme, in seiner Ehe und mit seinem Beruf, seit ein depressiver Patient ihn verzweifelt angeschossen hat, bevor er Selbstmord beging...

Wie viele der besten Horrorfilme funktioniert The Sixth Sense auf beiden Ebenen, mit phantastischen und mit psychologischen Erklärungsmustern (und für alle, die die Theorie von den morphogenetischen Feldern für möglich halten, auch mit wissenschaftlichen). Doch das Außergewöhnliche an dem Film ist, wie ruhig und konzentriert er erzählt wird. Er verweigert sich jeglichem Lärm, beschränkt sich auf das Allernötigste an Schockeffekten und verläßt sich dafür lieber auf die klavierbetonte Musik von James Newton Howard, die den Film fast die ganze Zeit untermalt. Es geht vor allem um die Figuren und ihr inneres Drama, M. Night Shyamalan (never heard of him before) schafft es, ihre Angst zu visualisieren. Und konsequenterweise mündet sein Horror in ein Melodram.