Die neun Pforten


Originaltitel: The Ninth Gate

Frankreich / Spanien 1999

Regie: Roman Polanski



Thanks to steadycam Heft 39

Drehbuch: John Brownjohn, Enrique Urbizu, Roman Polanski (nach dem Roman El Club Dumas von Arturo Pérez-Reverte)

Kamera: Darius Khondji

Darsteller: Johnny Depp, Lena Olin, Frank Langella, James Russo, Jack Taylor, Jose Lopez Rodero, Allen Garfield, Barbara Jefford, Emmanuelle Seigner


Roman Polanski hat spätestens seit Rosemary's Baby Erfahrung mit dem Teufel, und so ist es vielleicht kein Zufall, daß sein neuer Film den Auftakt zu einer kleinen Welle von Okkult-Thrillern bildet. Und wahrscheinlich auch deren Höhepunkt.

Das liegt sicher zum Teil auch an der Vorlage von Arturo Pérez-Reverte (Jim McBride verfilmte einen anderen Roman von ihm, mit Kate Beckinsale als Gemälderestauratorin). Sie bietet wenig Spielraum für Effekte, die Spannung entsteht aus den Figuren und der Handlung. Das liegt vor allem aber an Polanskis absolut professioneller Inszenierung. Es geht "nur" um drei Bücher, trotzdem verfolgen wir Johnny Depps Weg durch Europa von einem Buch zum nächsten mit atemloser Spannung.

Dabei entwirft Polanski ein düsteres Universum voller unterschwelliger Angst. Die Bilder sind von Schwarz umhüllt, jeder Lichtstrahl muß sich mühsam den Weg durch die Hölle bahnen (für eine Videoauswertung ist der Film eigentlich viel zu dunkel - die Fotografie ist aufsehenerregend, aber kein Wunder, Darius Khondji ist der Kameramann von Seven).

Armageddon bei Polanski: gefährlich, gewaltig, ekstatisch, europäisch, sexy-katholisch, schön. Beinahe möchte man auserwählt sein als Verlorener. (Hans Schifferle in steadycam 39)