Mifune


Originaltitel: Dogme 3 - Mifunes Sidste Sang

Dänemark / Schweden 1999

Regie: Søren Kragh-Jacobsen



Thanks to tip Heft 12/99

Drehbuch: Søren Kragh-Jacobsen, Anders Thomas Jensen

Kamera: Anthony Dod Mantle

Darsteller: Iben Hjejle, Anders W. Berthelsen, Jesper Asholt, Emil Tarding, Anders Hove, Sofie Grabøl, Paprika Steen, Sidse Babett Knudsen, Ellen Hillingsø, Mette Bratlann, Susanne Storm


Am Anfang wird das von vier dänischen Regisseuren unterschriebene Manifest "Dogma 95" gezeigt. "Mifune" ist der offiziell dritte Film, der danach gedreht wurde: mit Handkamera, natürlichem Licht, unter völligem Verzicht auf visuelle und akustische Effekte. Das klingt nach strengem Realismus, doch so ernst war das Manifest gar nicht gemeint, sondern auch als augenzwinkernder Medienhype, wie Lars van Trier in einem Interview zugegeben hat. So ist denn auch "Mifune" angenehm undogmatisch geraten und von nüchternem Naturalismus weit entfernt.

Erzählt wird die Geschichte eines ungleichen Quartetts: des Yuppies Kresten, der zur Beerdigung seines Vaters in sein Heimatdorf auf Lolland zurückgekehrt ist; seines geistig behinderten Bruders Rud; der Prostituierten Liva, die von einem anonymen Anrufer terrorisiert wird und sich deshalb auf dem Land versteckt; ihrem jüngeren Bruder Bjarke, einem Internats-Rabauken.

Alle vier haben ihr Päckchen an persönlichen Problemen zu tragen und müssen mühsam lernen, eingefahrene Gleise zu verlassen. Der Film zeigt diesen Entwicklungsprozeß so, daß er Spaß und Mut macht. Mal witzig und übermütig, mal sanft und besinnlich.

Der Titel bezieht sich übrigens auf den japanischen Schauspieler Toshiro Mifune, der mit den Kurosawa-Filmen "Rashomon", "Yojimbo" und "Die sieben Samurai" zum Weltstar geworden ist. Rud liebt es, wenn Kresten den Mifune-Samurai spielt. Mifune starb während der Dreharbeiten zu diesem Film, der Regisseur hat aus Verehrung für ihn spontan dieses Spiel erfunden und in die Handlung eingebaut. Im Original heißt der Film "Mifunes letztes Lied".