Originaltitel: Elle s'appelait SarahFrankreich 2010Regie: Gilles Paquet-Brenner![]() Thanks to http://www.filmstarts.de/kritiken/171087/bilder.htmlDrehbuch: Serge Joncour, Gilles Paquet-Brenner (nach dem 2006 erschienenen Roman SARAH'S KEY von Tatiana de Rosnay)Kamera: Pascal Ridao (CinemaScope)Darsteller: Kristin Scott Thomas, Mélusine Mayance, Niels Arestrup, Frédéric Pierrot, Michel Duchaussoy, Dominique Frot, Natasha Mashkevich, Gisèle Casadesus, Aidan Quinn, Charlotte Poutrel1940 eroberten die deutschen Truppen Frankreich und setzten der fast 70 Jahre dauernden Dritten Französischen Republik ein Ende. Von da an war Frankreich in mehrfacher Hinsicht geteilt: äußerlich in den besetzten Nordwesten und das befreundete Vichy-Regime, innerlich in Kollaborateure und die Résistance. In den 4 Jahren bis zur Befreiung geschahen in Frankreich grauenhafte Verbrechen. Von einem von ihnen handelt dieser Film. Am 16. und 17. Juli 1942 wurden in Paris über 13.000 Juden verhaftet und in das Vélodrome d'Hiver gebracht. Das Radsport-Stadion diente als Übergangslager bis zum Abtransport in die Konzentrationslager. Tagelang mußten die Gefangenen ohne Wasser, ohne Nahrung und ohne Toiletten dort ausharren. Die Zustände waren so schlimm, dass die Anwohner wegen des Gestanks ihre Fenster nicht mehr öffnen konnten. Nach dem Krieg wurde das Velodrom abgerissen, an seiner Stelle steht heute das französische Innenministerium. Die Hauptperson des Films ist eine Journalistin in der Gegenwart, die für eine Story über diesen Ort des Grauens recherchiert. Entsetzt stellt sie fest, dass die Pariser Wohnung, in die sie mit ihrer Familie gerade einziehen will, damals eine dieser abtransportierten jüdischen Familien beherbergte. Aus persönlicher Betroffenheit stellt sie Nachforschungen über diese Familie an und stößt auf eine besonders zu Herzen gehende Tragödie. Sie stellt aber auch fest, dass ein Mitglied dieser Familie namens Sarah dem Tod entkommen ist, und versucht mit allen Mitteln, sie ausfindig zu machen ... Keine Zeitspanne ist so lang, dass es sich nicht lohnen würde, vergangenes Unrecht aufzuklären und davon zu erzählen. Auch die fast 70 Jahre nicht, die seit der Besetzung Frankreichs durch die Nazis inzwischen vergangen sind. 70 Jahre, das sind schon mehr als zwei Generationen - die Kinder von damals sind heute Greise. Sehr geschickt schlägt der zu Grunde liegende Roman die Brücke über mehrere Generationen; die Spannung entsteht aus der rückwärts gerichteten Recherche, die Sarahs Geschichte immer weiter vervollständigt und gleichzeitig die Geschichte der Journalistin beeinflußt. SARAHS SCHLÜSSEL betreibt politische Vergangenheitsbewätigung mit den Mitteln des Detektivfilms und bildet auf diese Weise eine großartige Trilogie zusammen mit IN IHREN AUGEN und DIE FRAU DIE SINGT. |