The Tourist


Originaltitel: The Tourist

USA / Frankreich 2010

Regie: Florian Henckel von Donnersmarck



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Drehbuch: Florian Henckel von Donnersmarck, Christopher McQuarrie, Julian Fellowes (nach dem 2005 uraufgeführten Film ANTHONY ZIMMER von Jérôme Salle)

Kamera: John Seale (CinemaScope)

Darsteller: Angelina Jolie, Paul Bettany, Timothy Dalton, Steven Berkoff, Rufus Sewell, Christian de Sica, Ralf Moeller


5 Jahre hat sich Florian Henckel von Donnersmarck nach seinem großartigen Debut DAS LEBEN DER ANDEREN für seinen neuen Film Zeit gelassen. Der wurde mit amerikanischem Geld und internationalen Stars gedreht und von den Kritikern in der Luft zerrissen. Klar, auf den ersten Blick sieht es so aus, als sei Henckel von Donnersmarck der Versuchung des großen Geldes erlegen und habe mit wenig Einsatz eine mittelmäßige Auftragsarbeit abgeliefert - und verstehen könnte ich das sogar, denn wer würde es ablehnen, mit Angelina Jolie und Johnny Depp in Paris und Venedig zu drehen? Aber der Regisseur ist sich nicht untreu geworden, bei genauerem Hinsehen erkennt man einige Motive aus dem ersten Film wieder.

Auch in THE TOURIST geht es um permanente Überwachung, um Beobachter und Beobachtete. Angelina Jolie wird rund um die Uhr von FBI und russischer Mafia überwacht, die hinter ihrem Freund her sind. Er gibt ihr die Anweisung, im Zug nach Venedig einen ihm ähnlich sehenden Mann anzusprechen - den Touristen Frank alias Johnny Depp. Er soll die Verfolger ablenken, aber die wissen um die Lockvogel-Funktion des Touristen. Aber ist er wirklich nur ein Lockvogel - oder steckt ein genialer Plan dahinter?

Es ist fast so, als wollte Henckel von Donnersmarck DAS LEBEN DER ANDEREN persifilieren, zumindest die Tragödie in eine Komödie umdrehen. In der Tat ist das Spiel im Spiel im Spiel recht vergnüglich geraten, die Darsteller genießen offensichtlich die Doppelbödigkeit ihrer Rollen und agieren angenehm entspannt mit einem Funken Ironie. Ganz wie Cary Grant in den wunderbaren Vorbildern TO CATCH A THIEF und CHARADE, die Henckel von Donnersmarck zwar nicht erreicht, aber unterhaltsam ist sein Film allemal.