Der Baader Meinhof Komplex


Originaltitel: Der Baader Meinhof Komplex

BRD / Frankreich / Tschechien 2008

Regie: Uli Edel



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Drehbuch: Bernd Eichinger, Uli Edel (nach dem 1985 erschienenen Buch DER BAADER-MEINHOF-KOMPLEX von Stefan Aust und Berichten von Klaus-Peter Röhl)

Kamera: Rainer Klausmann (CinemaScope)

Darsteller: Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, Johanna Wokalek, Nadja Uhl, Stipe Erceg, Niels-Bruno Schmidt, Vinzenz Kiefer, Simon Licht, Alexandra Maria Lara, Daniel Lammatzsch, Sebastian Blomberg, Heino Ferch, Jan Josef Liefers, Hannah Herzsprung, Tom Schilling, Bruno Ganz, Michael Gwisdek, Anna Thalbach, Susanne Bormann, Jasmin Tabatabai, Katharina Wackernagel


Das ist so ein Film, der niemandem gefällt. Den Cineasten nicht, die mögen keine Geschichtsbebilderungen, und schon gar nicht von Bernd Eichinger produzierte. Den Linken nicht, weil zuviel Action drin vorkommt. Und den Rechten auch nicht, weil die Terroristen als denkende Menschen gezeigt werden.

Mir hat der Film ganz gut gefallen. Er gibt einem Nachhilfe in Zeitgeschichte, die man in Kindheits- und Jugendjahren erlebt hat, ohne sie damals richtig einordnen zu können: die Zeit von Juni 1967 (Ermordung des Studenten Benno Ohnesorg während einer Anti-Schah-Demonstration) bis Oktober 1977 (Ermordung von Hanns Martin Schleyer). Und er ist so spannend, dass die zweieinhalb Stunden wie im Flug vergehen.

Einige Details bleiben lange im Gedächtnis: die ruhige Besonnenheit Martina Gedecks als Ulrike Meinhof, Moritz Bleibtreu als stürmischer Andreas Baader, Johanna Wokalek als kesse Gudrun Ensslin, Bruno Ganz als zäher BKA-Präsident Horst Herold. Wie die nackten Terroristinnen die arabischen Terrorausbilder verstörten. Wie Ensslins Vater Gudruns Geständnis teils entsetzt, teils erleichtert. Man sieht Menschen aus Fleisch und Blut - ja, so könnte es wirklich gewesen sein.