Das Waisenhaus


Originaltitel: El Orfanato

Spanien / Mexiko 2006

Regie: Juan Antonio Bayona



Thanks to http://imdb.com

Drehbuch: Sergio G. Sánchez

Kamera: Óscar Faura (CinemaScope)

Darsteller: Belén Rueda, Fernando Cayo, Roger Princep, Mabel Rivera, Montserrat Carulla, Andrés Gertrúdix, Edgar vivar, Óscar Casas, Geraldine Chaplin


Eines der schönsten klassischen Filmgenres, der Horrorfilm, hat in den letzten 25 Jahren einen beispiellosen Niedergang erlebt. Freddy Krueger und seine Nachfolger haben aus ihm eine Schlachteplatte mit immer mehr Blut und Gedärmen gemacht, an die Stelle subtilen Grusels trat der pure Schockeffekt, der in den meisten Fällen auch noch zum Gag degradiert wurde, das Publikum wurde zwar immer zahlreicher, schien sich aber nur noch aus kichernden Teenies und halb gestörten Adrenalin-Junkies zusammenzusetzen.

Der neue spanische Horrorfilm ging einen anderen Weg und gab dem Genre damit seine Würde zurück. Regisseure wie Alejandro Amenábar (ABRE LOS OJOS, THE OTHERS) und Jaume Balagueró (LOS SIN NOMBRE, DARKNESS) schafften es, das Grauen rein aus der Atmosphäre ruhig erzählter Geschichten erwachsen zu lassen. Die Zuschauer sollten nicht vor special effects Angst haben, sondern vor dem, was sie hinter den Bildern vermuten.

EL ORFANATO ist ein Film in genau dieser noch jungen Tradition. Ein kleiner Junge verschwindet, und die Mutter gibt ihre Suche auch Monate später nicht auf. Ihre Suche führt sie bis ins Reich der Toten, und sie entdeckt ein finsteres Geheimnis in dem Waisenhaus, in dem sie selbst aufgewachsen ist. Wie in THE OTHERS und THE SIXTH SENSE hat das Zwischenreich der Toten nichts Erschreckendes - statt vor ihnen sollte man besser vor den Lebenden Angst haben.