Originaltitel: Alpha DogUSA / BRD 2005Regie: Nick Cassavetes![]() Thanks to http://imdb.comDrehbuch: Nick CassavetesKamera: Robert Fraisse (CinemaScope)Darsteller: Ben Foster, Shawn Hatosy, Emile Hirsch, Christopher Marquette, Sharon Stone, Justin Timberlake, Anton Yelchin, Bruce Willis, Harry Dean Stanton, Dominique Swain, Lukas Haas, Heather Wahlquist, Olivia Wilde, Amanda Seyfried, Charity Shea, Amber HeardFilme, die im Drogen-und-Sex-Milieu dekadenter amerikanischer Jugendlicher spielen, gibt es viele, auch viele gute, von Larry Clarks KIDS über Roger Avarys RULES OF ATTRACTION bis zu Jonas Akerlunds abgefahrenem SPUN. Aber bei keinem hat es mich so gegruselt wie bei ALPHA DOG. Dabei fängt alles vergleichsweise harmlos an. Heiße Parties, hübsche Girls, cooler Rap. Ein Streit zwischen Dealer und Käufer um ein paar Hundert Dollar scheint erstmal nicht so schlimm zu sein, diesen nur scheinbar anarchischen Mikrokosmos, in dem aber Reichtum und Armut, Macht und Ohnmacht genauso ungerecht verteilt sind wie in der Welt der Anzugmenschen, nicht aus den Angeln heben zu können. Und doch löst dieser Streit eine Kette von Ereignissen aus, an deren Ende ein Mord steht. Ein Mord, den es wirklich gegeben hat und der in den USA für großes Aufsehen gesorgt hat. So brutal der Mord selbst war, so brutal nahm die amerikanische Gesellschaft dafür Rache, die Richter bestraften die Verantwortlichen mit zwei Todesurteilen und mehreren langen Haftstrafen. Bei Drehbeginn war der Haupttäter noch nicht einmal gefaßt. Später bereiteten seine Anwälte dem Film juristische Probleme. So nah waren die Filmemacher an der Realität, zeitlich und wohl auch inhaltlich. Wie Truman Capote sich in den 60er Jahren für sein Buch IN COLD BLOOD an die minutiöse Aufklärung der Kansas-Morde gemacht hat (spannend nachzuverfolgen im Film CAPOTE), so detailliert werden hier Umfeld und Vorgeschichte gezeigt. Und das Ergebnis ist wieder bekümmernd: Der Mord war so sinnlos wie unnötig, ein Resultat nicht "böser" Absichten, sondern eher unglücklicher Umstände - und bestürzender Gefühllosigkeit und Abgestumpftheit der Beteiligten. Der Film wirkt deshalb so erschütternd, weil alles so echt wirkt. Im Gegensatz zu CRASH oder BABEL, die ähnlich tragische Geschichten erzählen, in denen sich die Tragik aber aus der Verkettung von Zufällen ergibt, ist die Tragik in ALPHA DOG nicht schicksalhaft, sondern zwangsläufig. Und das, obwohl keine der Figuren in irgendeiner Weise dämonisiert wird. Zum Gruseln, wie gesagt. |