Originaltitel: The Black DahliaUSA / BRD 2005Regie: Brian de Palma![]() Thanks to cinema 10/06Drehbuch: Josh Friedman (nach dem 1987 erschienenen Roman THE BLACK DAHLIA von James Ellroy)Kamera: Vilmos Zsigmond (CinemaScope)Darsteller: Josh Hartnett, Scarlett Johansson, Aaron Eckhart, Hilary Swank, Mia Kirshner, Mike Starr, Fiona Shaw, Patrick Fischler, James Otis, John Kavanagh, Troy Evans, Anthony Russell, Pepe Serna, Angus MacInnisDer neue Film von Brian de Palma wird in Saal 8 verramscht, und nirgendwo hängt ein Plakat. Das liegt natürlich einerseits am amerikanischen Verleih (Warner), dem de Palma längst zu europäisch geworden ist, andererseits auch am deutschen Publikum. Den einen ist ein Krimi mit richtiger Handlung wahrscheinlich zu anstrengend, und für die anderen, die sonst in jede Literaturverfilmung rennen, ist ein Kriminalroman keine Literatur. Das hat aber auch sein Gutes, denn so stört im Saal 8 kein Geknistere und Gewispere, und man kann sich in Ruhe satt sehen an diesem Juwel von einem Film. Der Film funktioniert auf mehreren Ebenen: Er ist ein spannender Whodunit, der das Amerika der 40er Jahre wieder auferstehen läßt, die Zeit, in der der tatsächliche Mord passierte, und die Blütezeit des Film Noir, dem de Palma natürlich seine Reverenz erweist. Ein Film, in dem Realität und Film sich überlagern, denn der Schauplatz ist Hollywood, und das Mordopfer wurde in Anlehnung an einen Film "schwarze Dahlie" genannt. Leben ist Film und Film ist Leben - wunderbar sind die Sequenzen, in denen sich der Cop immer und immer wieder die Probeaufnahmen der toten Betty ansieht und sich in sie verliebt. Und danach ein Verhältnis mit einer Frau beginnt, die dem Opfer ähnlich sieht. Da ist Hitchcock wieder ganz nah, der schon in VERTIGO zeigte, wie ein Mann sich eine Frau nach dem Vorbild einer anderen Frau zurecht bastelt. Es geht um Freundschaft und Verrat, und - wiederholt - um die düstere Seite der Lust. Um die erotische Spannung, die sich zwischen Scarlett Johanssen und Josh Hartnett aufbaut und in einer hübschen Szene mit dem Satz "Das Essen ist im Kühlschrank" wieder in sich zusammenfällt. Um die heimlich gedrehten Pornofilme und die darin geweinten Tränen. Um Inzest und um Sadismus. Und am Rande um einen Hund, der seinem Herrn jeden Tag die Zeitung brachte. An dem Tag, an dem die Meldung von seiner ersten Million darin stand, wollte er diesen Augenblick festhalten: Er erschoss seinen Hund und ließ ihn ausstopfen. |