Capote


Originaltitel: Capote

USA 2005

Regie: Bennett Miller



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Drehbuch: Don Futterman (nach dem Buch CAPOTE von Gerald Clarke)

Kamera: Adam Kimmel (CinemaScope)

Darsteller: Philip Seymour Hoffman, Catherine Keener, Clifton Collins jr., Chris Cooper, Bruce Greenwood, Bob Balaban, Amy Ryan, Mark Pellegrino


Truman Capotes vor 40 Jahren erschienener Tatsachenroman IN COLD BLOOD war in vielerlei Hinsicht revolutionär. Das Sujet, der Mord an einer Farmersfamilie im ländlichen Kansas, war zwar grauenerregend, aber nicht einzigartig. Was einzigartig war: dass sich hier jemand wirklich Zeit nahm, um zu verstehen. Mehrere Jahre recherchiert Capote die Hintergründe der Morde, die Vorgeschichte sowohl der Opfer als auch der (bald gefassten) Täter. Er freundete sich sowohl mit den Ermittlern als auch den Tätern an, um an so viele Informationen wie möglich heranzukommen. Heraus kam ein Buch, in dem das Grauen der Morde nicht abgeschwächt wird, in dem die Mörder aber als Menschen gezeigt werden und nicht als Monster - auch wenn und gerade weil das das Urteilsvermögen der Leser fordert. In wenigen anderen Büchern kann man mehr über Verbrechen, die USA und Menschen im allgemeinen lernen.

Der Film wendet nun dasselbe Verfahren auf Capotes Buch an. CAPOTE ist keine Schriftstellerbiografie, sondern zeigt nur die 5 Jahre der Entstehung des Romans. Und wie der Roman stellt er Widersprüchliches unaufgelöst nebeneinander: Wie Capote die Täter mochte und doch ausnutzte. Wie es ihm um absolute Wahrheit und höchste Kunst ging, und er sich doch am liebsten als Partylöwe gerierte. Wie er den vom amerikanischen Rechtssystem verratenen Tätern half und sie dann doch im Stich ließ. Das macht den Film genauso vielschichtig und spannend wie das Buch - und dank Philip Seymour Hoffmans Leistung zu einem exquisiten Vergnügen.