Originaltitel: Walk the LineUSA / BRD 2005Regie: James Mangold![]() Thanks to http://http://www.imdb.comDrehbuch: Gill Dennis, James Mangold (nach den Büchern MAN IN BLACK und CASH: AN AUTOBIOGRAPHY von Johnny Cash)Kamera: Phedon PapamichaelDarsteller: Joaquin Phoenix, Reese Witherspoon, Ginnifer Goodwin, Robert Patrick, Dallas Roberts, Dan John Miller, Larry Bagby, Shelby Lynne, Tyler Hilton, Waylon Payne, Shooter JenningsKris Kristofferson nannte ihn "a walking contradiction", doch davon kommt in seiner Filmbiografie nicht viel rüber. Johnny Cash wird als sehr stimmige Figur porträtiert: als seelisch misshandelter Junge aus armen Verhältnissen, der sich auch als Idol der Massen seine Solidarität mit den Armen und Misshandelten bewahrt hat, als gebrochener, labiler Charakter, der immer wieder den Verlockungen des Tourlebens und diverser Drogen erlegen war, und vor allem als Mann mit einem großen Herzen voller Liebe: zu seiner Familie, zu seiner Kollegin und späteren Frau June Carter, vor allem aber zur Musik. Man kann den Film also auf der Sachebene kritisieren, aber im Grunde geht so eine Kritik immer am Film vorbei, denn welcher Film wäre in der Lage, ein ganzes Leben korrekt wiederzugeben? Denn als Film funktioniert WALK THE LINE perfekt - als perfekter Ausdruck einer Lebenseinstellung, einer Haltung, eines Gefühls (selbst wenn es nicht genau die des echten Johnny Cash gewesen sein sollten). Es ist zwar immer wieder die gleiche Geschichte, die uns Hollywood da auftischt, aber selten wurde sie so mitreißend erzählt: die vom einsamen Außenseiter, der sich im Kampf gegen die Welt und auch gegen sich selbst durchsetzt, seinen Gefühlen folgt und seinen Weg geht. Dass WALK THE LINE bei aller Verfälschung so echt wirkt, liegt vor allem an den beiden Hauptdarstellern. Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon sind einfach unglaublich gut, sie spielen nicht nur ihr Innerstes nach außen, sondern singen auch alle Lieder selbst. Erst dadurch, durch den Verzicht auf die Originalstimmen, erlangt der Film eine Authentizität, die man im Kino selten fühlen darf. |