Originaltitel: BabelUSA / Mexiko 2006Regie: Alejandro González Iñárritu![]() Thanks to http://www.babel-derfilm.deDrehbuch: Guillermo Arriaga (nach einer Idee von Alejandro González Iñárritu und Guillermo Arriaga)Kamera: Rodrigo PrietoDarsteller: Brad Pitt, Cate Blanchett, Gael Garcia Bernal, Koji Yakucho, Adriana Barraza, Rinko Kikuchi, Said Tarchani, Boubker Ait El Caid, Elle Fanning, Nathan Gamble, Robert Esquivel, Koji Yakucho, Clifton Collins jr., Jamie McBride, Michael PenaWie in AMORES PERROS und 21 GRAMS zeigt der mexikanische Regisseur Alejandro González Iñárritu das grausame Wirken eines mystischen Schicksals, das eine Vielzahl von Menschen an unterschiedlichsten Schauplätzen mit der gleichen unverdienten Härte trifft. Die Welt erscheint als einziges, riesiges Babel, in dem die Menschen verwirrt aneinander vorbei rennen, ohne sich zu verstehen, gestraft von einem zürnenden Gott - und das, obwohl von Hybris nichts zu erkennen ist und alle nur nach ihrem bescheidenen kleinen Glück streben. Ein Schafhirte in der marokkanischen Wüste kauft sich ein Gewehr, um damit Schakale von seiner Herde fernzuhalten. Seine beiden Söhne üben, damit zu schießen, und zielen arglos auf einen in einiger Entfernung dahinfahrenden Reisebus. Die Kugel verletzt eine amerikanische Touristin schwer, und dieser dumme Zufall stürzt 4 Familien aus 4 verschiedenen Ländern ins Unglück. Ob einen die dräuende Mystik, mit der die Schicksale einer Reihe von Menschen verknüpft werden, überzeugt oder nicht - es ist schier unmöglich, von diesem Film nicht fasziniert zu sein. Er ist mitreißend inszeniert und von einer Bildkraft, die im modernen Kino ihresgleichen sucht. Dazu die melancholische Gitarrenmusik meines Lieblingskomponisten Gustavo Santaolalla (THE MOTORCYCLE DIARIES) und ein Ensemble aus bekannten Stars und neuen Gesichtern: ein Brad Pitt, der unglaublich alt und erschöpft aussieht, ein vor Vitalität sprühender Gael Garcia Bernal, eine sehr anrührende Adriana Barraza als herzensgute mexikanische Haushälterin sowie eine ganze Reihe einprägsamer Kinderrollen. Und bei genauerem Hinsehen bemerkt man, dass auch Subtilität zu den Stärken González Iñárritus gehört. Wie beiläufig die verschiedenen Versionen des vermeintlichen Terrorakts gezeigt werden, die sich von Land zu Land, von Medium zu Medium, von Bevölkerungsschicht zu Bevölkerungsschicht unterscheiden! Immer wieder korrespondieren der Blick in die Tiefe der Seelen mit einer Ansicht von außen, einer Ansicht, die die Oberfläche komplett missversteht. Wie sehr haben sich Schlagworte wie "Terror", "Verbrechen" oder "Pädophilie" als Klischees in unseren Köpfen festgesetzt, und wie sehr hindern sie uns daran, die Wahrheit zu entdecken und zu verstehen ... |