Aviator


Originaltitel: The Aviator

USA / Japan / BRD 2004

Regie: Martin Scorsese



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Drehbuch: John Logan

Kamera: Robert Richardson

Darsteller: Leonardo DiCaprio, Cate Blanchett, Kate Beckinsale, John C. Reilly, Alec Baldwin, Alan Alda, Ian Holm, Danny Huston, Gwen Stefani, Jude Law, Josie Maran, Kelli Garner, Willem Dafoe


Der legendäre Howard Hughes, das war nicht nur der Flieger, sondern auch der Millionär, der Filmproduzent, der Frauenheld, der psychotische Sonderling. Martin Scorsese behandelt in seiner Filmbiografie alle diese Aspekte, aber es ging ihm nicht darum, das wahre Leben des Howard Hughes komplett nachzuzeichnen, sondern einzelne Aspekte herauszugreifen. Dementsprechend ist der zeitliche Rahmen deutlich eingeschränkt; der Film behandelt nur die Jahre von 1930 bis 1947.

Hughes' Filmschaffen nimmt dabei überraschend wenig Raum ein. Man erfährt nur etwas über die abenteuerliche Produktionsgeschichte von HELL'S ANGELS (1930), als Hughes eine ganze Flugzeugflotte kaufte, monatelang auf die passenden Wolken wartete, dann mit 26 Kameras gleichzeitig drehte und danach wegen des zwischenzeitlich aufkommenden Tonfilms den kompletten Film noch einmal neu drehte. Und über die Zensurprobleme von THE OUTLAW (1940), als der Busen der Hauptdarstellerin Jane Russell nachgemessen wurde, um zu entscheiden, ob der Film gegen die guten Sitten verstößt. Es ging Scorsese also nicht darum, einen Filmpionier zu feiern, sondern einen Menschen, einen Individualisten, der seine persönlichen Visionen in die Tat umsetzen wollte, dabei Großes leistete, aber letztendlich scheiterte.

Er war unnachgiebig, dieser Howard Hughes, seinen Freunden wie seinen Feinden gegenüber. Seine Liebesgeschichten, von denen es unzählige gab, endeten regelmäßig in einem Fiasko. Nur zwei Frauen, denen ihrerseits ihre Unabhängigkeit heilig war, hielten bis zum Schluss zu ihm: Katharine Hepburn und Ava Gardner. Und als Produzent und Industrieller scheiterte er an der Macht der Großkonzerne und der Korruption der Politiker. In Hollywood kam er nicht gegen die Vorherrschaft der großen Studios wie MGM an, und als Flugzeugbauer nicht gegen übermächtige Konkurrenten wie PanAm. Wie Francis Coppolas TUCKER war Hughes ein Kapitalist, der am Kapitalismus scheiterte. In seiner rigorosen Kritik an den damaligen Machtverhältnissen knüpft Scorsese nahtlos an seinen letzten Spielfilm GANGS OF NEW YORK an. Scorsese, der Geschichtsschreiber: nicht nur amerikanischer Musik, sondern auch amerikanischer Politik und Gesellschaft.