Originaltitel: CrashUSA / BRD 2004Regie: Paul Haggis![]() Thanks to http://www.imdb.comDrehbuch: Paul Haggis, Robert MorescoKamera: James Muro (CinemaScope)Darsteller: Sandra Bullock, Don Cheadle, Matt Dillon, Jennifer Esposito, William Fichtner, Brendan Fraser, Terence Howard, Chris Ludacris Bridges, Thandie Newton, Ryan Phillippe, Larenz Tate, Bahar Soomekh, Nona Gaye, Michael PenaDer erste eigene Kinofilm des Drehbuchautors von MILLION DOLLAR BABY ist ein Ensemblefilm, der eine Reihe von Episoden und Charakteren miteinander verknüpft, am ehesten vielleicht vergleichbar mit MAGNOLIA. In der Summe ergeben sie ein Bild von Los Angeles oder allgemein den USA, das von Missverständnissen und Vorurteilen geprägt ist, in dem niemand den anderen Böses will, sondern sich nur im eigenen Umfeld irgendwie durchschlagen. Wenn dabei aber Probleme auftreten, wird oft die Schuld bei den anderen gesucht, und das führt fast zwangsläufig immer wieder zu gewaltsamen Eskalationen. Schuld daran ist - wenn man der Logik des Drehbuchs Glauben schenkt - vor allem der alltägliche Rassismus. Dass der eine den anderen unter Rassengesichtspunkten falsch einordnet und daraus noch falschere Schlüsse zieht, passiert auf Schritt und Tritt. Das führt manchmal zu komischen Situationen, etwa wenn sich die persische Familie wundert, als Araber bezeichnet zu werden, oder wenn der farbige Polizist seine Freundin mal als Weiße, mal als Mexikanerin anspricht, bis sie ihn aufklärt, dass ihre Eltern aus Puerto Rico und El Salvador stammen. Meistens aber führt der alltägliche Rassismus zu Beschimpfungen und Gewalt, etwa bei dem von Matt Dillon gespielten rassistischen Cop, der ein unschuldiges farbiges Paar tyrannisiert, oder den schwarzen Gangstern, die eigentlich nur Weiße berauben wollen. Aber das Drehbuch gibt allen Figuren eine zweite Chance, das ist zugleich seine Schwäche und seine Stärke, denn so sehr man sich freut, ein so kunstvoll gestricktes Szenario goutieren zu dürfen, so sehr arten die zahlreichen Drehungen und Wendungen gelegentlich in moralisches Pathos aus, das von der dräuenden Musik (Mark Isham) noch gesteigert wird. Etwas mehr Understatement, und es wäre ein Klassefilm geworden. |