Young Adam


Originaltitel: Young Adam

Großbritannien / Frankreich 2002

Regie: David Mackenzie



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Drehbuch: David Mackenzie (nach dem 1954 erschienenen Roman YOUNG ADAM von Alexander Trocchi)

Kamera: Giles Nuttgens (CinemaScope)

Darsteller: Ewan McGregor, Tilda Swinton, Peter Mullan, Emily Mortimer, Therese Bradley


Ohne auffälligen Prunk und doch sehr gekonnt führt uns der Film zurück ins Schottland der 50er Jahre, erzählt eine Geschichte aus dem Milieu der Binnenschifffahrt. Zu viert schippert man mit einem Lastkahn auf dem Clyde zwischen Glasgow und Edinburgh hin und her: eine dreiköpfige Familie und der Lohnarbeiter Joe (Ewan McGregor). Aus dessen Perspektive wird erzählt, und so nah ihm die Kamera auch ist, so wenig können wir in sein Herz blicken, erfahren allerdings viel über die damalige Zeit und die Lebensumstände.

Sehr freudlos wird das Dasein der einfachen Leute gezeichnet, geprägt von harter Arbeit und rauhem Umgangston. Viel Platz für Freude und Vergnügen bleibt da nicht, höchstens Alkohol und Sex, und Joe hat der Vorteil, gut auszusehen. Mit 4 Frauen läßt er sich nacheinander ein, aber jede Beziehung ist, so leidenschaftlich sie auch sein mag, mit Schuld beladen. Joe beginnt ein Verhältnis mit der Frau des Schiffers und betrügt sie dann mit ihrer eigenen Schwester. Später läßt er sich abermals mit einer verheirateten Frau ein, und dann ist da noch eine frühere Beziehung, die in Rückblenden erzählt wird. Sie sorgt für die Krimi-Elemente des Films, denn am Anfang des Films wird die Leiche der Frau aus dem Fluss gefischt, und die Umstände ihres Todes werden erst nach und nach enthüllt. Trotzdem ist YOUNG ADAM kein Krimi, sondern eine Literaturverfilmung, in der es um so klassische literarische Themen wie Schuld und Sühne und die Verantwortung des Individuums geht.