Dark Blue


Originaltitel: Dark Blue

USA 2002

Regie: Ron Shelton



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Drehbuch: David Ayer (nach einer Story von James Ellroy)

Kamera: Barry Peterson (Cinemascope)

Darsteller: Kurt Russell, Brendan Gleeson, Scott Speedman, Michael Michele, Lolita Davidovich, Dash Mihok, Jonathan Banks, Graham Beckel, Khandi Alexander, Kurupt, Master P, Marin Hinkle, Eloy Casados, William Utay, Ving Rhames


Ein Film von Ron Shelton nach einer Vorlage von James Ellroy - das ist nicht die schlechteste Empfehlung. Shelton ist nach seinem Drehbuch zu UNDER FIRE mit seinen Sportfilmen über Baseball, Basketball, Golf und Boxen zu einem der wenigen noch aktiven Hollywood-Auteurs avanciert, und dass man aus einem Ellroy-Stoff einen hervorragenden Film machen kann, hat L.A. CONFIDENTIAL gezeigt.

Auch in DARK BLUE geht es um Korruption und Machtmissbrauch innerhalb der Polizei. Angesiedelt ist der Film in Los Angeles während der Rassenunruhen 1992 vor und nach dem Rodney-King-Urteil. Die Nachrichten von dem Prozess flimmern allgegenwärtig von den Fernsehbildschirmen und geben den realistischen Rahmen für einen Grundsatz-Diskurs über das Vorgehen der Polizei. Wie in Sheltons Sportfilmen (z.B. WHITE MEN CAN'T JUMP) stehen sich zwei Freunde als Gegner gegenüber, zwei Cops: der junge, moralisch noch nicht abgestumpfte Bobby und der ältere, abgebrühte Eldon. Der ist Pragmatiker. Es gehe darum, Gangster dingfest zu machen und Verbrechen zu ahnden, erklärt er seinem jüngeren Partner. Und wenn man nicht weiss, wer die Täter waren, sucht man sich zwei üble Burschen, die es irgendwie verdient hätten, und fälscht ein paar Beweise. Und damit der Schwindel nicht auffliegt, ist es am günstigsten, wenn die Gangster bei der Festnahme erschossen werden. Vor dem obligatorischen Untersuchungsausschuss wird man danach sowieso freigesprochen.

So lauten die Lektionen, die Bobby lernen - und anwenden muss. Das Duo wird auf einen besonders schlimmen Fall von vierfachem Raubmord angesetzt. Und obwohl sie die Täter diesmal sogar zu kennen glauben, hängen sie die Tat auf Befehl ihres Vorgesetzten zwei Unschuldigen an und erschießen sie bei der Festnahme. Ein besonders düsteres, typisches Ellroy-Szenario, das das L.A.P.D. gnadenlos in die Nähe südamerikanischer Todesschwadronen rückt.

Aber als ob sich der Film damit zu weit aus dem anti-amerikanischen Fenster gelehnt habe, versucht er quasi nachträglich mit Hilfe von groben Simplifizierungen Recht und Ordnung wieder herzustellen. Die beiden Antagonisten auf der Ebene der Polizeifunktionäre, der böse Brendan Gleeson und der gute Ving Rhames, wirken in dem, wie sie sprechen und sich verhalten, wie aus der Augsburger Puppenkiste entnommen. Und auch die Liebesgeschichte über das Spannungsfeld rivalisierender Lager hinweg findet zu gewollt nicht statt. So bleibt trotz guter Ansätze und zweier atemberaubender Parallelmontagen am Anfang und Schluss des Films leider doch ein Gefühl der Enttäuschung zurück.