Originaltitel: Gangs of New YorkUSA 2002Regie: Martin Scorsese![]() Thanks to http://www.imdb.comDrehbuch: Jay Cocks, Steven Zaillian, Kenneth Lonergan (nach einer Story von Jay Cocks)Kamera: Michael Ballhaus (Cinemascope)Darsteller: Leonardo diCaprio, Daniel Day-Lewis, Cameron Diaz, Jim Broadbent, John C. Reilly, Henry Thomas, Liam Neeson, Brendan Gleeson, Gary Lewis, Stephen Graham, Eddie Marsan, Alex McCowen, David HemmingsEin paradigmatischer Historienfilm - SO sollen solche Filme gemacht werden und nicht anders! Eine historische Epoche (hier: die Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs) wird nicht nur vorgeführt, sondern erlebbar/fühlbar gemacht - ohne berühmte Persönlichkeiten, denen man dann ja doch nur Zitate in den Mund legen muss, dafür mit Charakteren bigger than life, die uns eine Geschichte aus einer anderen Zeit erzählen und uns damit eine Lektion für unser Heute erteilen. Der Bandenkrieg in New York Mitte des 19. Jahrhunderts - eine weitgehend unbekannte historische Episode. Die Flut der europäischen Einwanderer spielt eine Rolle, die Spaltung zwischen Nord und Süd, die Schlachthöfe (ein halbes Jahrhundert vor Upton Sinclair), die Vorläufer der Mafia - und die Instrumentalisierung der Demokratie durch die Reichen und Mächtigen. Stimmen werden gekauft, und wenn man nicht genug zusammen bekommt, wird so lange gezählt, bis das Ergebnis stimmt: Daran hat sich bis heute ebenso nichts geändert wie an der faktischen Apartheid, dem geschickten Aufbau von Feindbildern und dem unverhohlenen Gebrauch brutaler Gewalt zur Elimination politischer Gegner. Fast scheint es, als habe Scorsese einen grimmigen Kommentar zum Amerika George W. Bushs abgeben wollen, aber darüber hinaus erzählt er natürlich auch eine allgemein gütige Geschichte über Liebe und Rache, Versuchung und Verrat. In der Daniel Day-Lewis (endlich wieder in einer großen Rolle) als süffisanter Bandenführer den Mädchenschwarm Leonardo diCaprio deutlich aussticht. |