Der stille Amerikaner


Originaltitel: The Quiet American

USA / BRD / Australien 2001

Regie: Phillip Noyce



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Drehbuch: Christopher Hampton, Robert Schenkkan (nach dem 1955 erschienenen Roman THE QUIET AMERICAN von Graham Greene)

Kamera: Christopher Doyle

Darsteller: Michael Caine, Brendan Fraser, Do Thi Hai Yen, Tzi Ma, Robert Stanton, Holmes Osborne, Pham Thi Mai Hoa, Quang Hai, Rade Sherbedgia


Eine zweite Verfilmung des Romans von Graham Greene nach der von Joseph L. Mankiewicz (1957) mit Michael Redgrave und Audie Murphy. Es geht um Journalisten in der Dritten Welt und die moralische Problematik, inwieweit man sich als ausländischer Reporter aus den Querelen vor Ort heraushalten darf und wann man Partei ergreifen muss. Es sind mittlerweile mehrere Meisterwerke zu diesem Thema gedreht worden, ich nenne nur UNDER FIRE und SALVADOR. Was kann eine weitere Graham-Greene-Verfilmung Neues dazu beitragen?

Sie kann für eine stärkere Differenzierung sorgen. Greenes Roman eignet sich gut dafür, denn bei ihm handelt die Hauptfigur Fowler, ein Engländer im Saigon von 1952, aus mehreren Motiven heraus. Sein Eingreifen am Schluss gegen den "stillen Amerikaner", der sich als CIA-Agent entpuppt, geschieht nicht nur aus politischer Empörung heraus, sondern auch - und noch mehr - aus privatem Eigennutz. Denn indem er den Amerikaner den Kommunisten ausliefert, eliminiert er auch seinen Konkurrenten um die Gunst der schönen Phuong. Nichts ist schwarzweiß, bei näherem Hinsehen entdeckt man alle möglichen Schattierungen. Und das Hinsehen ermöglicht einem dieser außergewöhnlich ruhige und sorgfältig gemachte Politthriller auf besondere Weise.