Originaltitel: The Queen of the DamnedUSA 2002Regie: Michael Rymer![]() Thanks to http://www.imdb.com/Drehbuch: Scott Abbott, Michael Petroni (nach dem Romanzyklus THE VAMPIRE CHRONICLES von Anne Rice)Kamera: Ian BakerDarsteller: Stuart Townsend, Aaliyah, Marguerite Moreau, Paul McGann, Vincent Perez, Lena OlinWas den Reiz aller guten Vampirfilme ausmacht, ist die Verdrehung von Gut und Böse, Täter und Opfer. Der Vampir mutiert vom Monster, von der grauenerregenden Horrorgestalt zum bedauernswerten Opfer, der wider Willen mordet und unter seiner Unsterblichkeit leidet, weil sie ihm nur Einsamkeit und Langeweile beschert. INTERVIEW WITH THE VAMPIRE nach einem Roman von Anne Rice war (neben Kathryn Bigelows NEAR DARK) das herausragende Beispiel dafür - und auch dafür, wie man ein klassisches Genre auf spannende Weise wiederauferstehen lassen kann. THE QUEEN OF THE DAMNED ist nun die zweite Anne-Rice-Verfilmung, und man merkt von Anfang an, dass eine durchdachte, intelligente Vorlage dahintersteckt. Mehrere Erzählerstimmen, überraschende Perspektivwechsel, ausgedehnte Rückblenden sorgen für eine angenehm schaurige Atmosphäre, in deren Mitte ein abermals überdrüssiger Vampir steht, der sein Schattendasein satt hat und an die Öffentlichkeit geht: als Rocksänger. So genial dieser Gedanke einerseits ist, eine wunderbare Gelegenheit, über das Popbusiness zu philosophieren und über die Werte in unserer Gesellschaft - es hat Filmen noch nie gut getan, Rockstars und -konzerte in die Handlung einzubauen. So gern ich diese Musik mag, sie entzaubert den Rice'schen Mythos und gibt dem Film einen sehr oberflächlichen Touch. So bleibt er leider Längen hinter Neil Jordans INTERVIEW zurück, wird allerdings auch nicht langweilig, dazu gibt es einfach zu viel zu sehen und zu hören. "Ähnlich wie bei Peter Jacksons erstem Teil der HERR DER RINGE-Trilogie hat man es mit einem visuell bestechenden Film zu tun, der als detailverliebte Illustration eines vertrauten Stoffes eine nicht unbeträchtliche Sogwirkung entfalten kann. Dem hybriden Mythos der Vorlage entspricht dabei ein Patchwork aus filmischen Zitaten." (Michael Kohler in der BERLINER ZEITUNG vom 04.04.02) |