Originaltitel: LagaanIndien 2001Regie: Ashutosh Gowariker![]() Thanks to http://www.lagaan.comDrehbuch: Ashutosh Gowariker, Kumar Dave, Sanjay Dayma, K.P. Saxena (nach einer Story von Ashutosh Gowariker)Kamera: Anil Mehta (Cinemascope)Darsteller: Aamir Khan, Gracy Singh, Rachel Shelley, Paul Blackthorne, Suhasini Mulay, Kulbhusan Kharbanda, Raghuveer Yadav, Rajendra Gupta, Rajesh Vivek, Sri Vallabh Vyas, Raj Zutshi, Akhilendra Mishra, Pradeep Rawat, Daya Shankar Pandey, Yashpal Sharma, Amin Hajee, Aditya Lakhia, A.K. Hangal, John Rowe, David Grant, Jeremy Child, Ben NealonEine Nominierung in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" bei der diesjährigen Oscar-Verleihung (wo sich LAGAAN dann wie AMÉLIE und ELLING dem bosnischen NO MAN'S LAND geschlagen geben musste) war für mich Grund genug, diesen Film zu sehen. Und ich musste es nicht bereuen. Wie der Untertitel ONCE UPON A TIME IN INDIA schon signalisiert, erhebt der Film den Anspruch, ein Nationalepos zu sein, und er ist alles zugleich: historischer Monumentalfilm, Melodram, Abenteuerfilm und Musical. In knapp vier Stunden erzählt der von Hauptdarsteller und Filmstar Aamir Khan produzierte Film eine Geschichte aus dem Jahr 1893. Indien ist (noch) britische Kronkolonie, die britische Verwaltung hat die Maharadschas im Griff, die ihrerseits das Volk mit hohen Abgaben knechten. Als die Steuern ("Lagaan") willkürlich verdoppelt werden sollen, lehnt sich ein Dorf gegen die Engländer auf - und akzeptiert ein von ihnen höhnisch offeriertes Angebot: wenn die Männer aus dem Dorf ein dreitägiges Cricket-Match gegen die englischen Soldaten gewinnen, seien ihnen die Steuern erlassen. Wie sich die Dorfbewohner nun, angeführt von dem Spartacus-ähnlichen, von Aamir Khan gespielten Helden, Cricket aneignen und die Engländer trotz aller Widrigkeiten und Intrigen schlagen, schildert der Film mit so viel Elan, Witz und Pathos, dass es eine schiere Freude ist. Beim Anblick der ersten herbeigesehnten Regenwolken fangen die Dorfbewohner an, außer sich vor Freude zu singen und zu tanzen. Nach einer perfekt choreographierten, bestimmt 10minütigen Musical-Einlage drehen die Wolken um und verziehen sich wieder. Und als das Spiel verloren zu gehen droht, versammeln sich die Frauen und singen den Göttern ihr mehrstimmiges Klagelied. Und auch wenn die Charaktere sehr grob gezeichnet sind, macht der Film das durch Emotion wett. Schließlich sitzt man nur noch mit offenem Mund im Kino und staunt ... |