Monster's Ball


Originaltitel: Monster's Ball

USA 2002

Regie: Marc Forster



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Drehbuch: Milo Addica, Will Rokos, Marc Forster

Kamera: Roberto Schaeffer (Cinemascope)

Darsteller: Billy Bob Thornton, Heath Ledger, Halle Berry, Sean Combs, Mos Def, Will Rokos, Milo Addica, Coronji Calhoun, Peter Boyle


"Monster's Ball", erfährt man aus dem Film, nennt man die letzte Party eines zum Tode Verurteilten am Vorabend seiner Hinrichtung. Ein Titel, der nicht ganz paßt und wohl nur seiner Griffigkeit wegen genommen wurde, denn die eigentliche Handlung setzt erst nach der Hinrichtung ein. Der Hinrichtung eines seit 11 Jahren einsitzenden Schwarzen - man erfährt nicht, was er verbrochen hat und was ihn zu diesem sanften, verständnisvollen, künstlerisch beschlagenen Menschen gemacht hat. Seine Hinrichtung wird allerdings in all ihrer absurden Grausamkeit ausführlich gezeigt - warum eigentlich? Geht es darum, den Zuschauern Informationen vorzuenthalten und sie dadurch demagogisch zu beeinflussen? Oder ist es schlicht Gedankenlosigkeit?

Jedenfalls macht der Film in diesem Stil weiter. Es geht, kurz gesagt, darum, was zwei an der Hinrichtung mittelbar Beteiligten, nämlich der Witwe des Getöteten und dem leitenden Vollzugsbeamten, danach zustößt. Beide verlieren unter verschiedenen Umständen ihr jeweils einziges Kind, begegnen sich zufällig, ohne die Vorgeschichte des anderen zu kennen, und verlieben sich ineinander. Eine krude Geschichte über Schuld, Buße und Vergebung, angesiedelt in einem hinterwäldlerischen Kaff in Georgia. Und ein Melodram, das einen ziemlich kalt läßt, weil es auf der einen Seite Zusammenhänge herstellt, wo es keine gibt (die Interpretation des Zufalls als Schicksal), auf der anderen Seite Zusammenhänge wegläßt, die zum Verständnis nötig wären. Vor allem die Wandlung des von Billy Bob Thornton gespielten Gefängniswärters vom aggressiven Rassisten zum selbstlosen Wohltäter ist nicht nachvollziehbar und bleibt Behauptung, wie die einseitige Schilderung des trostlosen Südstaatenlebens zuvor. So humanistisch die Haltung des Films auch sein mag, sie geht nicht aus dem Film selbst hervor, sondern ist von außen darübergestülpt.