Gosford Park


Originaltitel: Gosford Park

USA / Großbritannien 2001

Regie: Robert Altman



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Drehbuch: Julian Fellowes (nach einer Idee von Robert Altman und Bob Balaban)

Kamera: Andrew Dunn (Cinemascope)

Darsteller: Eileen Atkins, Bob Balaban, Alan Bates, Charles Dance, Stephen Fry, Michael Gambon, Richard E. Grant, Tom Hollander, Derek Jacobi, Kelly MacDonald, Helen Mirren, Jeremy Northam, Clive Owen, Ryan Phillippe, Maggie Smith, Geraldine Somerville, Kristin Scott Thomas, Sophie Thompson, Emily Watson, James Wilby


Es paßt so gut zusammen, dass man sich fragt, warum es diese Kombination nicht schon früher gab: auf der einen Seite der gepflegte englische Krimi à la Agatha Christie, in dem sich meistens eine vielköpfige Gesellschaft zu versammeln und sich einer aus ihrer Mitte als Mörder zu entlarven pflegt, obwohl es doch fast alle gewesen sein könnten - auf der anderen das typisch Robert Altman'sche Gesellschaftspanorama, das anspruchsvolle Drama mit einer Vielzahl von Hauptfiguren und Handlungssträngen, in dem sich der amerikanische Regisseur seit NASHVILLE (1975) als unübertroffener Meister erwiesen hat.

Mit GOSFORD PARK hat sich Altman nun den Themen, Motiven und Figuren eines Agatha-Christie-Krimis zugewandt. Schauplatz ist im Jahr 1932 ein feudales (fiktives) englisches Schloss, in dem sich eine illustre Gesellschaft versammelt hat und in dem der Hausherr schließlich ermordet (sogar auf doppelt Art und Weise, wie sich zeigen wird) aufgefunden wird. Man findet alle Topoi des britischen Häkelkrimis wieder, aber Altman wäre nicht Altman, wenn er sein Spiel nicht auf mehreren Ebenen ablaufen lassen würde. Für den Krimiplot interessiert er sich nur am Rande, im Zentrum steht die kunstvolle Komposition der vielen Handlungsfäden, die räumlich in zwei Schichten getrennt sind: "above stairs" und "below stairs", wie die Überschriften in den credits lauten, die edlen Herrschaften über der Treppe und das Dienstpersonal unterhalb davon. Ohne plakativ zu sein, zeigt Altman, wie an den wenigen Verbindungspunkten beider Schichten Macht, Sex und Gewalt regieren. Und nicht zuletzt erlaubt er sich, wieder auf einer anderen Ebene, vergnügliche inside jokes, die Filmindustrie betreffend. Einmal in Gestalt von Co-Autor Bob Balaban, der einen amerikanischen Filmproduzenten spielt, und dann natürlich mit einem herausragenden Jeremy Northam als Ivor Novello, der den abgehalfterten und doch Kraft seiner Persönlichkeit souveränen Waliser Filmstar spielt und sogar Original-Songs von ihm singt. (Der aktuelle Misserfolg im Jahr 1932, THE LODGER, auf den ihn die unübertroffen giftige alte Schachtel Maggie Smith anspricht, bezieht sich übrigens nicht auf den Hitchcock-Stummfilm von 1926, sondern auf das Tonfilm-Remake von 1932 unter der Regie von Maurice Elvey.)