Überall, nur nicht hier


Originaltitel: Anywhere But Here

USA 1999

Regie: Wayne Wang



Thanks to http://www.ueberallnurnichthier.de

Drehbuch: Alvin Sargent (nach einem Buch von Mona Simpson)

Kamera: Roger Deakins

Darsteller: Susan Sarandon, Natalie Portman, Bonnie Bedelia, Shawn Hatosy, Hart Bochner, Caroline Aaron


Einmal habe sie eine Annonce aufgegeben, erzählt uns die 14jährige Ann, eine Annonce der Art "Suche neues Elternhaus". 79 Zuschriften habe sie bekommen, aber sie habe keine geöffnet - aus Angst, es sei zu verlockend. Überall, nur nicht hier will sie sein, hier bei ihrer Mutter, und doch sind die beiden (noch) aneinander gekettet. Aber Ann zählt die Tage, bis sie sich endlich davonmachen kann.

Kein Wunder, denn diese Mutter kann einem wirklich auf die Nerven gehen. Susan Sarandon spielt sie als überkandidelte Provinzabenteurerin, die vom großen Glück träumt und ihre Tochter dafür büßen läßt. "Heather" nennt sie sie vor anderen Leuten, und Schauspielerin soll sie werden, obwohl Ann das gar nicht will. Doch böse kann man ihr nicht sein, wie sie mit zwanghaftem Optimismus vom Land (Wisconsin) nach Beverly Hills zieht, sich als Lehrerin an einer Rabaukenschule durchkämpft, um sich und ihrer Tochter den Luxus zu bieten, sich am Pazifikstrand in die Sonne setzen zu können.

So ist es denn doch auch eine liebevolle Reverenz geworden, die dankbare Verbeugung einer Tochter, vergleichbar etwa mit James Ivorys Zeit der Jugend, genauso unspektakulär, unaufgeregt und wenig aufregend - vielleicht die Art von Film, die einem in ein paar Jahrzehnten mehr über unsere Wirklichkeit sagen kann als große Meisterwerke.