Originaltitel: Mission To MarsUSA 2000Regie: Brian de Palma![]() Thanks to http://www.missiontomars.deDrehbuch: John Thomas, Jim Thomas, Graham Yost (nach einer Story von Lowell Cannon, Jim Thomas und John Thomas)Kamera: Stephen H. BurumDarsteller: Gary Sinise, Don Cheadle, Connie Nielsen, Jerry O'Connell, Kim Delaney, Elise Neal, Peter Outerbridge, Jill Teed, Kavan Smith, Tim Robbins, Armin Mueller-StahlApollo 13, in die Zukunft verlegt. Das Unglück passiert auf dem Mars, eine Rettungsexpedition wird losgeschickt. Sie braucht Monate, um vor Ort zu sein; von Anfang an geht es nicht um atemlose Spannung, sondern um - hm, scheint ein aus der Mode gekommener Begriff zu sein - Erkenntnis. 20 Minuten dauert es, bis das Videosignal in der Mutterstation angekommen ist. Das wirft Fragen auf wie: "Was ist Gleichzeitigkeit?" Offenbar etwas Relatives, man müßte seinen Standpunkt in die Mitte zwischen Mars und Erde verlegen, um unseren Begriff von Gleichzeitigkeit anwenden zu können. Impliziert unser Begriff vom Jetzt, daß ich alles Geschehende potentiell beeinflussen kann? Oh Mann, dann ist Afrika mindestens so weit weg wie Alpha Centauri. Zurück zum Film, einem Science-Fiction-Film von außergewöhnlicher Ruhe und Konzentration. Brian de Palma, ein Meister des Erzählkinos, der einzige legitime Nachfolger von Alfred Hitchcock, auf den ersten Blick dreht er konventionelle Filme, bei genauerem Hinsehen ein einzigartiger Stilist mit großem Mut zum Risiko, dieser Brian de Palma leistet sich den Luxus, die letzten 25 Jahre des SF-Films einfach zu ignorieren. Sein Film kommt ohne Lärm und Schießereien aus, die Handlung (von großzügigen Ellipsen in Kapitel eingeteilt) wendet sich eher nach innen, knüpft formal und thematisch an Kubricks 2001 und Tarkovskijs Solaris an, auch hinsichtlich ihrer aus heutiger Sicht eher unbequemen Spiritualität. Von Anfang an geht es weniger um Macht als um Freundschaft, und von Anfang an legt sich der Schatten des Todes über die Marsmission. Gary Sinise trauert um seine früh verstorbene Frau, später wird sich Tim Robbins für seine Frau opfern. Menschliches Leid ist von Beginn an präsent, relativiert den technischen Fortschritt, weist hin auf das spirituelle Vakuum der technischen Zivilisation: und wenn wir noch so viele Triebwerke und Motherboards produzieren, sie werden uns nicht erlösen. Ein visuelles Leitmotiv ist die menschliche DNS, ein Astronaut legt Bonbons in den schwerelosen Raum und formt die Doppelhelix, nehmen wir es ruhig als Synekdoche, es geht um den Menschen, um den Menschen auf der Suche nach Transzendenz. Den Schluß (Gary Sinise wird von einem Außerirdischen in eine fremde Galaxie mitgenommen) haben wir so ähnlich schon gesehen, auch die Botschaft ist nicht modern, alles andere als in. Bin ich froh, daß es solche Filme heute noch gibt! |