Romance


Originaltitel: Romance

Frankreich 1999

Regie: Catherine Breillat



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Drehbuch: Catherine Breillat

Kamera: Yorgos Arvanitis

Darsteller: Caroline Ducey, Sagamore Stévenin, François Berléand, Rocco Siffredi, Roberto Malone


Gespannt war ich auf diesen Film, in dem bekannte Pornodarsteller mitspielen und der echte Hardcoreszenen enthalten sollte. In welche Richtung würde diese Grenzüberschreitung gehen? Würde ein Porno mit Ästhetik und Intelligenz daraus werden oder eine mit expliziten Bildern ausgestattete Studie über Liebe und Lebensfreude?

Überraschenderweise keines von beiden, sondern ein bitteres Psychodrama, eine Beziehungstragödie, erzählt von einer jungen, unglücklich verliebten Frau. Ihr Freund sagt zwar, daß er sie liebt, hält sie aber körperlich auf Distanz. Eine subtile Form der Machtausübung, die die Frau gleichzeitig verletzt und verwirrt. Verzweifelt sucht sie einen Ausweg aus dem Labyrinth widersprechender Gefühle, indem sie sich auf sexuelle Abenteuer mit anderen Männern einläßt.

Da kommen dann natürlich Rocco Siffredi und sein beeindruckendes Gemächt ins Spiel. Er spielt einen charmanten Lügner (sechs Monate habe er mit keiner Frau geschlafen, ein netter Inside-Joke), den die Frau in einer Bar aufliest, der sie vögeln, aber nicht streicheln oder küssen darf. Die Frau will gevögelt werden, aber sonst mit den Männern, die sie nicht liebt, nichts zu tun haben. Immer wieder formuliert die Frau derlei Sentenzen, als seien sie Zwischenergebnisse auf ihrem Weg der Selbsterfahrung. Ein Weg, der sie außerdem durch das SM-Studio ihres Vorgesetzten und eine Vergewaltigung im Treppenhaus führt.

Die Sexszenen sind tatsächlich real, aber sie machen keinen Spaß, so wie der ganze Film keinen Spaß macht. So, wie die Frau sich mit sich selbst und den Männern herumquält, so werden auch die Zuschauer gequält mit stilisierten Bildern, emotionslosen Gesichtern und gestelzten Dialogen. Muß das denn wirklich sein? Oder ist es nur die einfachere Art, einen Film zu drehen? Wahrscheinlich letzteres, das zeigen die Ausrutscher gegen Ende, als Frau Breillat ihren Stil ein paar feministischen Gags zuliebe opfert.

Der letzte, der auf diese Art - durch radikale Reduktion auf das Wesentliche - einen guten Film gemacht hat, war Robert Bresson.